Nachhaltigkeit im Gewerbebau

12 Mitglieder des Ortsverbandes Nettetal von Bündnis 90/Die Grünen sowie 3 Mitglieder von GroenLinks Venlo waren gekommen, um sich über den aktuellen Stand des Gewerbebaus hinsichtlich Nachhaltigkeit zu informieren und weitere Entwicklungen zu diskutieren. Mit dabei auch Christian Küsters, der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von SPD, FDP und Grünen.

Am Beispiel des von der Peter Dammer GmbH & Co. KG geplanten und gebauten Büro-Hallen-Komplexes in Nettetal-Kaldenkirchen zeigte Geschäftsführer Christoph Dicks auf, wie Nachhaltigkeit im Gewerbebau heute vorteilhaft umgesetzt werden kann.   „Hallen und Büros im Energiestandard KFW55 bzw. als Plus-Energiegebäude reduzieren die Betriebskosten enorm und sind die Basis für eine gute Wertentwicklung der Immobilien. Intelligente Lüftungskonzepte und eine sorgfältige Auswahl der verwendeten Materialien sichern eine gesunde Raumluft und ermöglichen eine Kreislaufwirtschaft – auch Cradle-to-Cradle genannt“, erläuterte er. Nachhaltigkeit sei im Gewerbebau auch kaufmännisch die richtige Entscheidung, da bei vorhandener Planungskompetenz die Änderungen kostenneutral umgesetzt werden könnten oder durch Förderungen wie KFW55 kompensiert werden. Kurz ging Dicks auch auf ein Folgeprojekt über die „MEINS Hallen&Büros GmbH“ im Gewerbegebiet Nettetal-West ein, wo modulare Gewerbehallen mit weniger als 40 kWh Energiebedarf pro Jahr und Quadratmeter für Heizung, Beleuchtung, Warmwasser und Belüftung entstehen.

Sehr überzeugt von dem Konzept ist Frank Metten, der mit seiner Firma für Kunststoffspritzguss  der Mieter der neuen Halle ist. „Nachhaltigkeit und gesunde Baustoffe sind mir ein großes Anliegen“, betonte er und hob dabei besonders den Lehmputz und die Trockenbauwände mit Lehmplatten im Bürobereich hervor. Auch bei der Produktion wolle man neue Wege gehen. Neben einem 100% Recycling der Produktionsabfälle sei man auf der Suche nach Kunststoffgranulat aus Plastikabfällen. „Leider fehlen aber noch die politischen Rahmenbedingungen für eine richtige Kreislaufwirtschaft“, so Metten.

Beeindruckt zeigten sich die Nettetaler Grünen  über die konkreten Umsetzungen von Nachhaltigkeit im Gewerbebau. „Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, dass bei kommunalen Neu- und Umbauten die Grundsätze des Cradle-to-Cradle-Konzeptes mit gesunden und nachhaltigen Baustoffen umgesetzt werden“, betonte Fraktionsvorsitzender Guido Gahlings. „Das ist inzwischen als Leitbild aufgenommen. Es freut uns sehr, dass sich inzwischen eine richtige Dynamik in Richtung mehr Nachhaltigkeit entwickelt.“ Im Falle seiner Wahl will Bürgermeisterkandidat Christian Küsters Nettetal zu einer Vorreiterkommune für zukunftsfähiges Bauen mit dem Ziel einer Klimaneutralität bis spätestens 2040 weiterentwickeln, wie er abschließend betonte

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