Ökologisch, wirtschaftlich und nachhaltig – Kreislaufwirtschaft geht auch in Nettetal!

Das sind die Erkenntnisse, die man aus dem Vortrag von Michel Weijers, Projektleiter des neuen Rathauses in Venlo (NL), welches nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (C2C) errichtet wird, mitnimmt. Mit dem neuen Rathaus und allen neuen Gebäuden (Kindergärten, Schulen, etc.) in Venlo und der Provinz Limburg wird C2C erstmals greif- und erfahrbar. Im Rathaus-Projekt zeigt sich zum einen, dass neben dem ökologischen Aspekt des Wiedereinbringens der Baustoffe in den Kreislauf, auch die abschließenden Berechnungen belegen, dass die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.


Was bedeutet dies für uns in Nettetal? Wir haben die einmalige Chance auf deutscher Seite direkt von der Vorreiterrolle unserer niederländischen Nachbarn zu profitieren. Zwar wurden in den letzten Jahren bereits viele Bauvorhaben realisiert, mit der Werner-Jäger-Halle steht jedoch noch mindestens ein großes Projekt an, welches für Nettetal Initialzündung im Bereich C2C sein könnte. Neben der Wirtschaftlichkeit für den städtischen Haushalt böte sich auch für das lokale Handwerk die Chance sich in diesem Bereich zu profilieren. Darüber hinaus lässt C2C sich aber auch in allen Beschaffungsprozessen der Stadt implementieren. Anbieter neuer oder geleaster EDV-Geräte müssten z.B. den Nachweis erbringen, dass die Geräte nach der Rückgabe ganz oder in der Summe der Teile eine neue Verwendung haben. Das Denken beim Beschaffungsprozess müsste sich dadurch umkehren. Nicht mehr das billigste Gerät zu kaufen ist die Maxime, sondern jenes, dass am Ende der Nutzung den größten Mehrwert durch weitere Nutzung oder hohen Wiederverkaufswert bietet. Die Verantwortlichkeit C2C als Querschnittsthema zu verankern, könnte künftig beim Klimaschutzmanager liegen, sobald ein geeigneter Kandidat gefunden ist. Wichtig sind aber auch engagierte Mitstreiter auf politischer Ebene, wofür wir gerne werben wollen.

 

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