Raumluftfilter an Nettetaler Schulen: Vorschlag der CDU nicht überzeugend

Im vergangenen Schulausschuss wurde kontrovers über das Thema Raumluftfilter an Schulen diskutiert. Für unsere Fraktion liegt der Fokus an dieser Stelle klar und deutlich auf einer Sache: Dem Wohl unserer Kinder! – Auch viele unserer Fraktionsmitglieder haben Kinder an Nettetaler Schulen und sind selbst betroffen. 

Es muss unser aller Bestreben sein, die Ansteckungsgefahr durch einen Schulbesuch so weit wie möglich zu minimieren und den Schulbetrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten. Das Thema Raumluftfilter wurde daher innerhalb unserer Fraktion umfangreich und gewissenhaft gewürdigt. 

Es zeigt sich hier allerdings ein äußerst kontroverses Bild: 

Der von der CDU-Fraktion angeführten Studie der Bundeswehr-Universität München hat die TU Berlin aufgrund fachlicher Mängel scharf widersprochen. Zudem führt die besagte Studie lediglich an, dass die indirekte Infektionsgefahr durch Aerosole reduziert wird. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die direkte Übertragung der wesentlich häufigere Ansteckungsweg.

Darüber hinaus bergen die genannten Raumluftfilter ein Fehlbedienungspotenzial abhängig von Raumgröße oder Positionierung im Raum. Nicht zu vergessen, der regelmäßige Wartungsaufwand. Ein fehlerhaft genutzter Raumluftfilter kann seine Wirkung nicht nur verlieren, sondern sogar ins Gegenteil verkehren und zur “Keimschleuder” werden (Zitat Fa. Trotec).

Zusammenfassend muss Folgendes festgehalten werden:

Bringen die Raumluftfilter einen Nutzen gegen Covid-19? – Bei korrekter Anwendung: Vermutlich. Der wissenschaftliche Prozess ist an dieser Stelle aber noch nicht hinreichend abgeschlossen. 

Könnten mit Hilfe der Raumluftfilter die bewährten AHA+L Regeln gemildert werden? – Zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar: Nein! Auch mit einem installierten Filter müsste im gleichen Umfang gelüftet werden, die Maskenpflicht bliebe erhalten und im Falle eines Positiv-Tests gelten die gleichen Quarantäne-Bestimmungen für alle.

Im Gegenteil: Die Installation der Filter könnte die Betroffenen dazu verleiten, die AHA+L Regeln zu vernachlässigen und sich in einer Sicherheit zu wiegen, die derzeit schlichtweg nicht nachgewiesen ist. 

Nicht zuletzt gibt es auch, unabhängig von der Wirksamkeit, weitere Kritikpunkte, die nicht unbeachtet bleiben dürfen: Neben den ökonomischen und ökologischen Folgekosten seien hier insbesondere die Lärmemissionen im Betrieb genannt, die sehr subjektiv empfunden werden können und die Chancengleichheit, insbesondere bei Klassenarbeiten, in Frage stellen.

Wir können alle Eltern und Lehrer verstehen, die große Hoffnungen in die Anschaffung der Raumluftfilter setzen. Aber der wissenschaftliche Prozess ist hier schlichtweg noch nicht mit ausreichender Sicherheit abgeschlossen worden. Zum jetzigen Zeitpunkt wären die Raumluftfilter ein Experiment mit der Gesundheit unserer Kinder.  

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